Allein, aber nicht unbedingt einsam
Ich bin gern allein.
Ich liebe es, die Welt in meinem Tempo zu entdecken. Ohne Rücksicht. Ohne Kompromisse. Allein zu sein schenkt mir Raum, um zu beobachten. Um zu fühlen. Um zu verarbeiten, was unterwegs auf mich einströmt.
Und doch…
Als ich kürzlich durch meine Fotogalerie der letzten Monate scrollte, fiel mir etwas auf, was mir zuvor nicht bewusst war:
Die Fotos, die mir das grösste Lächeln auf die Lippen zaubern, zeigen Momente, die ich mit anderen Menschen geteilt habe. Es sind die Erinnerungen an die Menschen, ihre Geschichten, unsere flüchtige gemeinsame Geschichte, die bleiben.
Echte Nähe entsteht oft zufällig
Es sind nicht die grossen Sehenswürdigkeiten, die bleiben.
Es sind die Gespräche mit dem Grab-Fahrer in Thailand.
Eine nächtliche Motorradfahrt mit dem ganzen Hostel zu Weihnachtsbeleuchtungen in Malaysia.
Das spontane gemeinsame Frühstück mit Fremden, die sich irgendwie vertraut anfühlten.
Zufällige Begegnungen am Strassenrand in Neuseeland, die zu stündigen Gesprächen übers Leben führen.
Die inspirierende Geschichte der Frau, die mit Mitte 50 ein Jahr mit ihrem Fahrrad alleine um die Welt reist.
Die schönsten Erinnerungen sind oft die, die ich mit anderen erlebt habe – auch wenn wir uns nur für ein paar Stunden oder Minuten kannten.
Vielleicht sind es genau diese flüchtigen Verbindungen, die uns unterwegs am meisten berühren.
Zwischen Stille und Sehnsucht
Ich geniesse die Ruhe.
Momente nur für mich.
Das leise Zwitschern der Vögel am Morgen.
Die Wellen, die ans Ufer rollen.
Das letzte Licht am Horizont – und die ersten Sterne, die langsam am Himmel erscheinen.
In diesen Momenten bin ich ganz bei mir – und manchmal reicht das vollkommen.
Und doch gibt es Tage, da würde ich das alles gerne teilen.
Nicht zum Reden – sondern einfach zum Dasein.
Es ist ein Tanz zwischen Rückzug und Sehnsucht.
Zwischen dem Wunsch, bei mir selbst zu sein – und dem tiefen Bedürfnis, gesehen zu werden.
Fazit: Alleinreisen ist beides
Ich bin nicht einsam, wenn ich allein bin.
Aber ich war schon oft einsam, obwohl ich von Menschen umgeben war.
Alleinreisen ist nicht die Abwesenheit von Nähe – sondern die Suche nach echter, ehrlicher Verbindung.
Manchmal finde ich sie in Gesprächen mit Fremden.
Manchmal in stillen Momenten mit mir selbst.
Und manchmal – in Erinnerungen, die mich auch Monate später noch lächeln lassen.


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